Wie stellt man einen Hund auf Barf um

12.04.2019 12:22

Die richtige Ernährung für Ihren Hund

B.A.R.F. - die biologisch artgerechte Rohfütterung

Gesundheit und Lebensdauer eines Hundes hängt eng mit der Nahrung zusammen.


Die Rohfleischfütterung unserer Hunde musste nicht neu erfunden werden.
Vor Beginn der industriell hergestellten Fertignahrung gab es nichts anderes. 
Da wurden Hunde von Abfällen ernährt, die der Mensch übrigließ oder sie suchten sich selbst ihre Beute in der freien Natur.

BARFEN bedeutet nur, dass das Futter für Hunde aus frischen, rohen Zutaten zusammen gemischt wird. Dabei wird versucht, die Beutetiere, die der Hund/Wolf in der Natur jagt und frisst, nachzubauen.


Barfen bedeutet NICHT,
so wie es viele Tierbesitzer praktizieren, täglich jede Mahlzeit aufs Gramm genau auszurechnen, dass alle Nährstoffe im „richtigen“ Verhältnis zueinander enthalten sind.
Viele Barfer erliegen dem Irrtum, dass sie die Vorgehensweise der Tierfutterhersteller
kopieren und anhand vorgegebener Bedarfszahlen die entsprechende Ration errechnen und zusammenstellen müssen. Leider sind diese Bedarfszahlen aus verschiedenen Gründen falsch. Zum ersten stammen diese Zahlen aus der Fütterung von Tieren, die mit industriell verarbeitetem Fertigfutter mit hohem Getreideanteil gefüttert werden. Die im Getreide enthaltene Phytinsäure ist aber ein „Nährstoff-Räuber“, d.h. sie hemmt und blockiert die Aufnahme von Mineralien im Darm. 

Diese werden im Nachhinein in anorganischer Form zugesetzt. Deren Bioverfügbarkeit entspricht aber bei Weitem nicht der organischen Form. Zweitens stammen die Zahlen noch zum Teil aus der Masttier-Fütterung und drittens wird auch nicht auf die individuelle Verdauungsleistung der Tiere eingegangen. Rechnungen mit falschen Zahlen können kein richtiges Ergebnis bringen.

Barfen bedeutet:
Wir brauchen keine komplizierten Rechnungen anzustellen, sondern die Rationen werden mittels einfachen Prozentangaben, Ess- oder Teelöffeln nach dem Beutetierschema zusammengestellt.
Beim Barfen sind nur einige Grundregeln zu beachten, die man schnell lernen kann, denn Barfen ist keine Wissenschaft und nicht schwer durchzuführen.
Auch kranke Tiere können – sollen sogar – gebarft werden.
Der Umstieg ist der erste Schritt auf dem Wege zu verbesserter und stabilerer Gesundheit, gerade auch bei kranken Tieren.
 

Wie stellt man einen Hund auf Barfen um?

Als Fütterungsmenge (Tagesration) gilt als Faustregel:
5-7% vom Körpergewicht bei Welpen
4 % vom Körpergewicht bei jungen, Erwachsenen Hunden
2-3 % vom Körpergewicht bei Erwachsenen Hunden
2 % vom Körpergewicht bei Senioren

Eine Tagesration setzt sich wie folgt zusammen:

70 – 80% Fleischanteil aufgeteilt in:
70% Fleisch und Fett
oder 
50% Fleisch/Fett und 20% grüner Pansen
10 – 15% Innereien
15% fleischige Knochen oder Knorpel

20 – 30% Gemüse und Obst
Karotten, Zucchini, Kürbis, Pastinaken, Salate, Salatgurken, Rote Rüben, gekochte Kartoffeln, 
Sellerie, Schwarzwurzel, Sprossen,
Heimische Obstsorten und Beeren, saisonal, nicht täglich

Öle für Omega-3 Fettsäuren
 

Futterumstellung von Trockenfutter/Nassfutter auf BARF:

Damit sich der Verdauungstrakt Ihres Hundes langsam an das rohe Fleisch gewöhnen kann, soll am Anfang nur leicht verdauliches Muskelfleisch mit gekochten und pürierten Karotten gefüttert werden. Sollte Ihr Hund das rohe Fleisch am Anfang nicht fressen wollen, können Sie das Fleisch auch kurz anbraten oder überbrühen. Im laufe der Zeit wird der Grad des Anbratens oder des Überbrühens immer weniger bis schlussendlich das Fleisch roh verfüttert wird.

Beispiel für eine Umstellung:
Gewicht Hund 25kg mit 3 %  = Futtermenge/Tag   750g aufgeteilt in:

30 % Gemüse = 230g (225g)
70 % Fleischanteil = 520g (525g)
oder
50 % Muskelfleisch = 260g 
+  20 % Pansen = 100g (104g)

15 % Innereien        =  78g = 80g
15 % Knochen         =  78g = 80g

Für die 1. Woche:
Teilt sich auf in   70 % Fleisch = 520g und 30 % Gemüse =230g
z.B. 520g faschiertes/gewolftes Hähnchenfleisch oder Rinderhack
und
230g gekochte und pürierte Karotten

⇒ Kot wird kleiner und evtl. etwas schleimig

Für die 2. Woche:
1 EL Lachsöl (Omega-3 Fettsäuren) dazu füttern für 2-3 Tage
Nach 2-3 Tage 440g Muskelfleisch mit 80g Leber (15 % Innereien) ergänzen

⇒ Bitte durchfüttern

Für die 3. Woche: 
Gemüseanteil Karotten mit Zucchini ergänzen
Nach 2-3 Tage 340g Muskelfleisch mit 80g Leber (15 % Innereien) und 100g grünem Pansen ergänzen.
Wenn kein Pansen gefüttert werden soll, bitte gleich zu Woche 4 übergehen.

⇒ Bitte durchfüttern

Für die 4. Woche: 
Nach 2-3 Tagen 360g Muskelfleisch, 80g Leber (15 % Innereien) und 80g rohe fleischige Knochen (RFK) aus gewolften Hühnerhälsen ergänzen.
Mit Pansenfütterung: 260g Muskelfleisch + 100g Pansen + 80g Leber + 80g rohe fleischige Knochen

Ab der 5. Woche können die einzelnen Futterbestandteile ausgetauscht werden,

z.B. Rind mit Huhn, Leber mit Herz oder einfach ein BARF-Menü ausgesucht werden.

Ergänzungen:
Mageres Fleisch (z.B. Pute, Hähnchen, Wild) enthält max. nur 5-10 % Fett, daher bitte Fett ergänzen: pro 100g mageres Fleisch 5-10g Fett (z.B. Lammfett, Rinderfett, kaltgepresstes Kokosfett), das heißt 90-95g Fleisch + 5-10g Fett = 100g
Falls keine frischen Knochen gefüttert werden sollen, dann Calcium

Substituieren:
1 TL Hirschhornmehl oder
1/2 TL Algenkalk für 10 kg/Körpergewicht oder
½ Espressolöffel Eierschalenpulver für 10 kg/Körpergewicht
Bitte RFK (rohe fleischige Knochen) Menge halbieren und zum Muskelfleisch dazu addieren:
360g Muskelfleisch plus 40 g (80:2) = 400g Muskelfleisch 


Wenn Sie fragen zur Umstellung auf Barf oder zur Barf-Fütterung haben, stehen wir Ihnen gerne jederzeit telefonisch +43 6245 71851 oder per Mail
info@dr-ziegler.eu zur Verfügung.